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Kohlegegner steht wegen versuchten Mordes vor Gericht

Der Protest gegen die Nutzung der Braunkohle kennt offenbar keine Grenzen. Während im Rheinland und in der Lausitz zuletzt einmal mehr unter anderem mit Baggerbesetzungen und Kunstblut gegen den Kohleabbau demonstriert wurde, begann in Aachen ein Gerichtsprozess wegen versuchten Mordes. Ein Kohlegegner hatte Fahrzeuge von RWE und Dienstleistern während der Fahrt mit großen Steinen beworfen.

Ein 54-Jähriger hat vor dem Aachener Landgericht zugegeben, dass er aus seinem Auto heraus Steine auf Fahrzeuge etwa von RWE Power geworfen habe - als Protest gegen den Braunkohletagebau. Der 54-Jährige ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Beim Prozessauftakt sagte der Angeklagte, er habe nicht damit gerechnet, dass jemand zu Schaden kommen könnte, heißt es in der Westdeutschen Zeitung. Laut Anklage hat er in elf Fällen Steine gezielt auf Fahrzeuge geworfen und diese teils erheblich beschädigt.

Ziel sollen außer Fahrzeugen von RWE Power auch Autos von dort tätigen Unternehmen gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten außerdem vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Laut Anklage warf der Mann zwischen Frühjahr 2018 und April 2020 handtellergroße Steine aus Fenster oder Schiebedach seines fahrenden Wagens. Diese trafen entgegenkommende Fahrzeuge, bei denen teilweise die Windschutzscheibe splitterte oder der Außenspiegel abfiel. Die Namen der Firmen sollen von außen erkennbar gewesen sein. Verletzt wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers niemand.

Bei der letzten vorgeworfenen Tat soll die Dashcam des entgegenkommenden Autos den Angriff und das Täterfahrzeug gefilmt haben. Das Gericht plant bis zum 9. Oktober insgesamt fünf Verhandlungstage.

Unterdessen sind einmal mehr Kohlegegner auf das Gelände des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler Zwei im nordrhein-westfälischen Erkelenz vorgedrungen und haben vorübergehend einen Schaufelradbagger besetzt. Um sinnbildlich den Tod von Menschen darzustellen hätten sich einige von ihnen mit Kunstblut übergossen, teilte die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion mit. Kohlegegner protestierten in Pressemitteilungen auch gegen die rechtmäßige Umsiedlung des Lausitzer Dorfes Mühlrose.

Quellen: Westdeutsche Zeitung, wz.de., vom 2. September 2020, deutschlandfunk.de vom 30. August 2020, maz-online.de vom 30. August 2020, tagesschau.de vom 30. August 2020

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