Nachbar Polen peilt Kohleausstieg bis 2049 an

Europäische Länder, die nur in geringem Maße Kohle als Energieträger nutzen, tun sich leicht mit ehrgeizigen Ausstiegsplänen. Anders ist es dort, wo die Kohle augenblicklich noch eine ganz entscheidende Rolle bei der Energieversorgung spielt. Das ist in Polen der Fall. Gewerkschaften und die Regierung haben sich jetzt auf die Schließung aller Kohlebergwerke im Land bis 2049 verständigt. Das sei historisch, heißt es.

Das Ministerium für Staatsvermögen, das die Verhandlungen auf Seiten der Regierung geführt hatte, nannte die Grundsatzeinigung „historisch“, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Vereinbarung sehe unter anderem Abfindungszahlungen für 120.000 Arbeiterinnen und Arbeiter im Kohlesektor sowie Fonds für das schlesische Kohlebecken vor.

„Es ist hart, zufrieden zu sein, wenn man so eine wichtige Industrie liquidiert“, wird Dominik Kolorz von der Gewerkschaft Solidarnosc in der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza“ zitiert. „Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, um alternative Arbeitsplätze zu schaffen.“ Die Einigung muss noch offiziell unterschrieben und bei der EU-Kommission eingereicht werden. Der Kohlesektor ist in Polen ein sensibles politisches Thema. Minenarbeiter und ihre Familien stellen noch immer eine wichtige Wählergruppe dar und der polnische Energiebedarf deckt sich derzeit zu rund 70 Prozent aus Kohle. Bis 2040 soll dieser Anteil auf elf Prozent sinken, um den EU-weiten Kohleausstieg bis 2050 zu schaffen. Umweltschützer fordern von der polnischen Regierung, das Tempo beim Kohleausstieg weiter zu erhöhen.

Quelle: AFP vom 28. April 2021

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Aufforstung, Braunkohle, CO2-Emmissionen, Demokratie, EEG, Energiemix, Energieregion, Energiesystem, Energiewende, Erneuerbare Energien, Green Deal, Greenpeace, Grundlast, Grüne Liga, Heimatverlust, Industrie, Klimakiller, Klimawandel, Kohleausstieg, Kohlekommission, Kraftwerk, Lausitz, Lausitzer Braunkohle, Rekultivierung, Renaturierung, Rohstoff, Seenland, Sozialverträglichkeit, Strukturstärkung, Strukturwandel, Tagebau, Technologie, Umsiedlung, Versorgungssicherheit, Verstromung, Wertschöpfung

www.pro-lausitz.de