tl_files/Aktuelles/pfingsten/TgbWelzowSued.jpg

Ökostrombranche übt heftige Kritik an Altmaiers EEG-Novelle

Trotz des beschlossenen Ausstiegs aus der Braunkohle gehen die Auseinandersetzungen um die deutsche Energiepolitik weiter. Heftige Kritik muss sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) von der Branche der Erneuerbaren Energien gefallen lassen. Seine geplanten Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seien eine „Kampfansage an alle Erneuerbaren“.

Zu den Kernpunkten des 140 Seiten starken Entwurf des Wirtschaftsministeriums heißt es in der Frankfurter Rundschau: Beim Solarstrom soll sich die installierte Leistung bis 2030 verdoppeln, bei der Windkraft soll sie um rund ein Drittel wachsen. Zudem wird festgelegt: „Im EEG 2021 wird das Ziel verankert, dass der gesamte Strom in Deutschland 2050 treibhausgasneutral ist.“

Der Ökostromverband BEE übt dennoch scharfe Kritik an einzelnen Änderungsvorschlägen. „Nach den Eingeständnissen, im Klimaschutz zu wenig getan zu haben, hätten wir uns hier deutlich mehr erwartet“, erklärte BEE-Präsidentin Simone Peter mit Blick auf die Aussagen von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor der Sommerpause. Insbesondere der Passus, der einen Zahlungsanspruch bei negativen Preisen verringere, sei eine „Kampfansage an alle Erneuerbaren“.

Laut dem Passus reduziert sich der anzulegende Berechnungswert für den gesamten Zeitraum auf null, wenn der Spotmarktpreis in mindestens 15 aufeinanderfolgenden Minuten negativ ist. Betroffen von der Regel sind Anlagen ab 100 Kilowatt, ist auf dem Nachrichtenprotal „finanztreff.de“ zu lesen. Statt die Regel abzuschaffen, wie es die Branche fordere, gelte sie jetzt ab der ersten Viertelstunde.

Die Wind-Fachbranche kritisierte zudem das Ausbauziel von 71 Gigawatt an Land als unzureichend. „Damit droht zukünftig weiter eine Ökostromlücke", erklärte der Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), Hermann Albers. Auch würden die Herausforderungen zu Bestandsanlagen, Weiterbetrieb und Repowering - also den Austausch mit besseren Anlagen - ausgeklammert. „Eine Repoweringstrategie fehlt genauso wie eine angemessene Wertstellung von CO2-freiem Strom aus Bestandsanlage.“

Kritik komme auch von Umweltverbänden, heißt es. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sieht zwar „Lichtblicke“, der „große Wurf“ sei dies aber nicht.

Quellen: Frankfurter Rundschau, fr.de., vom 2. September 2020, finanztreff.de vom 1. September 2020

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de