Sparprogramm der Ampel lässt Netzentgelte für 2024 deutlich steigen

In ihrer Not um die Schließung milliardenschwererer Haushaltslücken hat die Ampelkoalition in Berlin auch 5,5 Milliarden Euro Subventionen für die Höchstspannungsnetze gestrichen. Damit steigen die Netzentgelte 2024 drastisch. Betroffen sind davon alle, die Strom aus dem Netz beziehen. Nach ersten Berechnungen wird sich die Stromrechnung für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch im Durchschnitt um 60 Euro verteuern.

Aufgrund des wegfallenden Zuschusses aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds haben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) – 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW – die bundeseinheitlichen Netzentgelte für 2024 auf durchschnittlich 6,43 Cent je Kilowattstunde angehoben. Das entspricht mehr als einer Verdopplung. Im Jahr 2023 lagen sie aufgrund des Zuschusses aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds bei 3,12 Cent je Kilowattstunde.

Die ÜNB hatten in einer gemeinsamen Pressemitteilung im Oktober mittgeteilt, dass die Übertragungsnetzkosten für das Jahr 2024 erneut über dem Niveau des Jahres 2022 liegen werden. Der Gesetzgeber hatte daher zur Stabilisierung der Übertragungsnetzentgelte 2024 einen Zuschuss von 5,5 Milliarden Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) beschlossen. Aufgrund der geänderten haushaltsrechtlichen Lage nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Energie- und Klimafonds wird die Regelung zur Gewährung eines weiteren Zuschusses zur anteiligen Finanzierung der Übertragungsnetzkosten wieder aufgehoben. Infolgedessen müssen die ÜNB die Netzentgelte für 2024 entsprechend anpassen.

Die Berechnung der bundeseinheitlichen Übertragungsnetzentgelte ergibt sich aus der durch die Bundesnetzagentur festgelegten Kostenbasis (Erlösobergrenze/EOG) unter Berücksichtigung gesetzlich und regulatorischer jährlicher Anpassungen sowie den voraussichtlichen Absatzmengen für das Jahr 2024. Bereits für das laufende Jahr sehen die ÜNB bei der EOG zwar im Vergleich zum Vorjahr sinkende Kosten, diese liegen jedoch weiterhin deutlich über dem Niveau der Vergangenheit. Die Hauptursache dafür ist das anhaltend hohe Preisniveau auf den Brennstoff- und Strommärkten. Diese wirken sich insbesondere auf die Kosten für Engpassmanagement, die Vorhaltung von Regelleistung sowie für die Beschaffung von Verlustenergie für das kommende Jahr aus. Kostensteigernd wirkt zusätzlich der Netzausbau – die ÜNB treiben sowohl im bestehenden Wechsel- als auch im entstehenden Gleichstromnetz den Ausbau voran, um das Netz fit für die Energiewende zu halten.

Quellen: MDR vom 15. Dezember 2023, solarserver.de vom 14. Dezember 2023, Pressemitteilung 50Hertz vom 14. Dezember 2023

 

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Aufforstung, Braunkohle, CO2-Emmissionen, Demokratie, EEG, Energiemix, Energieregion, Energiesystem, Energiewende, Erneuerbare Energien, Green Deal, Greenpeace, Grundlast, Grüne Liga, Heimatverlust, Industrie, Klimakiller, Klimawandel, Kohleausstieg, Kohlekommission, Kraftwerk, Lausitz, Lausitzer Braunkohle, Rekultivierung, Renaturierung, Rohstoff, Seenland, Sozialverträglichkeit, Strukturstärkung, Strukturwandel, Tagebau, Technologie, Umsiedlung, Versorgungssicherheit, Verstromung, Wertschöpfung

www.pro-lausitz.de