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Stromerzeuger nehmen erste Steinkohlekraftwerke vom Netz

Der Ausstieg aus der Steinkohle in Deutschland sieht vor, dass sich Kraftwerksbetreiber um die Stilllegung ihrer Anlagen bewerben. Sie geben ein Gebot ab, wieviel Leistung sie vom Netz nehmen würden und welche Entschädigungssumme sie dafür verlangen. Das Verfahren heißt „Ausschreibung“. Jetzt ist die erste Runde abgeschlossen. Damit gehen zum Jahreswechsel 4,8 GW Leistung vom Netz, darunter auch das neue Kraftwerk in Moorburg.

Herr des Ausschreibungsverfahrens ist die Bundesnetzagentur (BNetzA). „Die Ausschreibungen stoßen bei den Betreibern auf positive Resonanz. Die Runde war deutlich überzeichnet“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Er freut sich: „Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt deutlich unter dem gesetzlichen Höchstpreis.“

Die ausgeschriebene Menge von 4 GW war deutlich überzeichnet. 11 Gebote mit einer Gebotsmenge von insgesamt 4.788 MW haben einen Zuschlag erhalten. Das größte bezuschlagte Gebot hat eine Leistung von 875 MW und das kleinste liegt bei 3,6 MW, teilt die Bundesnetzagentur mit. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 6.047 bis 150.000 Euro pro MW, wobei jeder erfolgreiche Bieter einen Zuschlag in Höhe seines individuellen Gebotswerts erhält. Im Schnitt kostet jede abgeschaltete Megawattsunde Leistung 66.259 Euro. Das ist deutlich unter den Höchstpreis von 165.000 Euro pro MW. In Summe lässt sich der Bund die Abschaltung 317 Millionen Euro kosten.

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).„Es ist erfreulich, dass die erste Ausschreibungsrunde überzeichnet war. Das zeigt, dass es einen echten Wettbewerb unter den Bietern gab.“ Mit dem heutigen Gebotszuschlag sei es amtlich: „Noch in diesem Jahr gehen wie geplant Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 4 Gigawatt vom Netz.“

Stillgelegt werden soll unter anderem Vattenfalls Hamburger Kraftwerk Moorburg (zwei Blöcke), das erst 2015 in Betrieb genommen worden war und rund drei Milliarden Euro gekostet hat. Außerdem Blöcke unter anderem bei Frankfurt oder in Bremen. In nur zwei kleineren Anlagen - darunter Brottewitz in Brandenburg - wird Braunkohle verfeuert, in den anderen Steinkohle. Teilweise sollen sie auf andere Brennstoffe umgestellt werden, die auch CO2 erzeugen, wenn auch weniger. Deshalb gibt es keine Einsparungsbilanz. Die gesamte Abschaltliste ist auf der Internetseite der BNetzA einzusehen.

Die Zuschlagserteilung hängt nach Aussage der BNetzA nicht allein vom Gebotswert ab, sondern vom Verhältnis der verlangten Zahlung zu der voraussichtlich bewirkten CO2-Reduzierung.

Quellen: Pressemitteilung der Bundesnetzagentur vom 1. Dezember 2020, Berliner Kurier vom 1. Dezember 2020, Pressemitteilung des BMWi vom 1. Dezember 2020

 

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