Angela Merkel - Foto: Wikipedia - 'Foto: Alexander Kurz, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Stromnetzausbau in Deutschland: 15 Jahre Planung und kein Ende

Es gehört zum Allgemeingut der Energiewende-Rhetorik: Für den erfolgreichen EIntritt in das Zeitalter der Erneuerbaren braucht es einen verstärkten und vor allem beschleunigten Ausbau der Stromnetze. Die Realität zeigt vielfach genau das Gegenteil. Jüngstes Beispiel ist die Uckermarkleitung des Netzbetreibers 50Hertz. Seit 15 Jahren laufen die Planungen. Jetzt sorgt eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht für einen erneuten Stopp.

Der Bau der 380 kV-Freileitung durch das Biosphären-Reservat Schorfheide Chorin ist gerichtlich vorerst gestoppt. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, bestätigen sowohl die Bürgerinitiative „Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat!“ als auch 50Hertz, die über das Vorhaben seit Jahren in hartnäckigen Auseinandersetzungen stecken.

Hintergrund der neuerlichen Gerichtsentscheidung: Naturschützer hatten vor einem Jahr Klage eingereicht, berichtet der rbb. Nach Ansicht der Kläger werde ein Vogelschutzgebiet durch die Freileitung zerschnitten und gestört. Sie fordern, dass die Stromleitung unterirdisch verlegt werden soll. Konkret geht es um die Starkstrom-Freileitung zwischen Bertikow (Uckermark) und Neuenhagen (Märkisch-Oderland). Auf 115 Kilometern Länge dürfen jetzt 217 Mastanlagen zwischen dem Umspannwerk Bertikow und der Ortschaft Golzow bei Eberswalde (Barnim) vorerst nicht errichtet werden.

50Hertz reagiert mit Unverständnis. Der Vogelschutz werde höher gewichtet als der Klimaschutz, heißt es. Der politische Wille, die Klimaschutzziele schneller zu erreichen als bisher, stehe nicht im Einklang mit der Realität bei Planungs- und Genehmigungsprozessen.
Nun hoffe das Unternehmen, dass sich das Gericht der Klage in der Hauptsache „rasch annimmt, damit die Situation schnell geklärt und dieses für die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft so wichtige Leitungsbauvorhaben weiter umgesetzt werden kann“, kommentiert Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz.

Der Baustopp ist nur vorläufig, da das Hauptverfahren noch ansteht. Dieses ist für das zweite Quartal 2022 terminiert. In den Abschnitten südlich der Ortschaft Golzow können laut 50Hertz die Arbeiten zur Errichtung von neuen Masten aber fortsetzt werden.

Quellen: rbb24.de vom 1. Juli 2021, Pressemitteilung 50Hertz vom 1. Juli 2021

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