Windenergie

Wachsende Unsicherheiten bremsen Ausbau der Windenergie aus

Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine werden in nahezu allen Lebensbereichen immer deutlicher. Auch der Ausbau der Windenergie gerät ins Stocken. Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, wurde zuletzt das Ausschreibungsvolumen für mögliche neue Windparks einmal mehr nicht ausgeschöpft. Als Gründe werden globale Verwerfungen genannt, die die Branche belasten.

Während die letzten beiden Ausschreibungen der Windenergie an Land in Deutschland überzeichnet waren, reichten die zum Stichtag 1. Mai eingereichten Gebote nicht, um das Ausschreibungsvolumen zu füllen. Das geht aus der jüngsten Veröffentlichung der Bundesnetzagentur hervor. Theoretisch standen für diese Ausschreibung genehmigte Volumen im Umfang von bis zu 1.675 MW bereit. Diese resultierten aus den noch nicht bezuschlagten Genehmigungen der Jahre 2020, 2021 und aus dem Zeitraum bis 4. April 2022. Damit wäre eigentlich eine leichte Überzeichnung der ausgeschriebenen 1.320 MW erwartbar gewesen. Schon bei der Ausschreibung am 1. Februar lag die theoretisch zur Verfügung stehende Zahl der Genehmigungen um fast 500 MW höher als die eingereichten Gebote.

Dass sich diese Entwicklung fortsetzt, deute auf wachsende Unsicherheiten hin, heißt es aus de Branche. Neben massiven Preissteigerungen, weiter gestörten Lieferketten und daraus resultierenden Umsetzungsschwierigkeiten gehören dazu auch die schnell steigenden Zinsen. „Es braucht hier kurzfristige politische Maßnahmen, um vorhandene Genehmigungen auch zu realisierbaren Projekten zu machen“, fordert Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie (BWE). Viele bezuschlagte Projekte könnten schon jetzt nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden, da die Ausschreibungskulisse an der Wirklichkeit der dynamischen Kostenentwicklung der Lieferketten völlig vorbeigeht. Gedeckelte Höchstwerte und starre Umsetzungsfristen stünden im Widerstreit zur Realität in der Projektrealisierung. „Ohne Korrektur drohten weitere Rückschläge im Zubau der Windenergie“, erläutert er.

Notwendig bleibe neben einer Reaktion auf die kurzfristigen Belastungen die schnelle Verabschiedung der neuen Zielrahmen für den Ausbau bis 2040 mit dem Osterpaket. Essentiell werden die Bereitstellung von Flächen, ein höheres Tempo bei der Erteilung von Genehmigungen und die Standardisierung im Artenschutz, die für das Sommerpaket zugesagt ist. „Die Branche steht bereit und stellt sich den Herausforderungen. Angesichts der durch globale Verwerfungen verursachten massiv veränderten Rahmenbedingungen braucht es eine politische Flankierung“, forderte der BWE-Präsident.

Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbandes Windenergie vom 8. Juni 2022, Bekanntgabe der Bundesnetzagentur auf bundesnetzagentur.de vom 7. Juni 2022

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