Windenergie

Windbranche in Deutschland kommt nicht vom Fleck

Trotz aller Beteuerungen über die Notwendigkeit eines schnellen Ausbaus kommt die Windenergie in Deutschland nicht vom Fleck. Das erste Quartal 2022 war eines der ausbauschwächsten der letzten zehn Jahre. Auch die Genehmigungslage büßte an Dynamik ein, zeigt eine Auswertung der Fachagentur Wind an Land. Einmal mehr steht die Forderung im Raum, Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen.

Bis Ende März ging fast ein Viertel weniger Windenergieleistung ans Netz als im letztjährigen Vergleichszeitraum. 99 Windturbinen mit 407 MW Leistung wurden im ersten Quartal 2022 in Betrieb genommen. Stillgelegt wurden im selben Zeitraum 48 Altanlagen mit 51 MW, womit der Nettozuwachs im Frühjahr 2022 lediglich 357 MW Leistung erreichte. Das zeigt die Fachagentur Wind an Land mit ihrer neuesten Analyse.

Auch das Niveau der neu erteilten Genehmigungen blieb unterhalb des letztjährigen Vergleichszeitraums. Besorgniserregend zeigt sich die Entwicklung in der Südregion. Dort wurden in den ersten drei Monaten nur sechs Neuanlagen installiert, was gerade einmal sechs Prozent der bundesweiten Inbetriebnahmen entspricht.

„Wenn wir 2045 in Deutschland klimaneutral sein wollen, dann müssen wir unser Energiesystem komplett umbauen“, sagte der Chef des Netzbetreibers Tennet, Tim Meyerjürgens, und forderte eine deutlich schnellere Umsetzung von Projekten zum Umbau der Energieversorgung wie den Bau von Windkraftanlagen und Stromtrassen.

Bisher dauern die Genehmigungsverfahren nach Darstellung der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Energiewirtschaft, zu der neben Tennet unter anderem die Unternehmen EWE, Avacon und Amprion gehören, mit rund sechs Jahren zwei bis drei Mal so lange wie nötig wäre, um die Klimaziele zu erreichen. Das schaffe auch Verunsicherung in der Bevölkerung, warnte EWE-Chef Stefan Dohler: „Je länger es dauert, desto geringer wird die Akzeptanz.“

Konkret schlägt die Arbeitsgemeinschaft unter anderem komplett digitale Genehmigungsverfahren, einen Ausbau der Planungs- und Genehmigungsbehörden sowie möglichst einheitliche gesetzliche Vorgaben vor, um die Projekte schneller umsetzen zu können.

Quelle: top agrar online vom 9. Mai 2022, Frankfurter Allgemeine, faz.net, vom 6. Mai 2022

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