Pressemitteilung des Pro Lausitzer Braunkohle e.V. zu den aktuellen Veröffentlichungen des Weltklimarates.

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Jetzt erst recht: Pro Lausitzer Braunkohle

Mit der gestrigen Veröffentlichung des Weltklimarates haben wir es endlich schwarz auf weiß, dass sich Deutschland mit der aktuellen Diskussion um den Kohleausstieg und der Form seiner Energiewende auf einem Irrweg befindet. Schnelles Handeln und ein Umsteuern sind erforderlich. Leider gehen Berichterstattung und Rückschlüsse in der einseitig geführten Debatte einmal mehr in die falsche Richtung.

Wer in Reaktion zum Bericht des Weltklimarates in Deutschland als zentrale Maßnahmen den schnellen Kohleausstieg, den stärkeren Ausbau der Erneuerbaren und den schnellen Durchbruch der e-Mobilität in diesem Zusammenhang fordert, der betreibt schlichtweg Desinformation. Der bisherige Weg der deutschen Energiewende hat 750 Mrd. Euro verschlungen und keinen Klimaeffekt gebracht. Die seit 1990 eingesparten Emissionen korrelieren auffällig mit den Emissionsminderungen infolge der Deindustrialisierung des Ostens in der Nachwendezeit. Seitdem hat sich wenig getan. Wenn in den Nachrichten stolz verkündet wird, wir hätten inzwischen 35% erneuerbaren Strom im Netz, ist das schlichtweg Augenwischerei. Jeder Physiker, Energietechniker oder die sonst vielgelobten deutschen Ingenieure mit Energie-Know-how wissen, dass der produzierte und zur Verfügung gestellte Strom immer minutenscharf der aktuellen Nachfrage folgen muss. Strom aus Wind und Sonne fällt flatterhaft an, ein immenser Anteil der hochgelobten 35% erneuerbaren Stroms ist schlichtweg Überproduktion und in Fachkreisen nichts anderes als Fake-Strom. Er kann (noch) nicht gespeichert werden und steht überhaupt nicht zur Verfügung, wenn er benötigt wird.

Wir müssen in Deutschland endlich ehrlich über Fakten und Grenzen unserer Energiewende-Möglichkeiten reden. Wir haben im Gegensatz zu den skandinavischen oder asiatischen Ländern keine Erneuerbaren aus stetiger Wasserkraft, wir verfügen ebenso wenig über ausgedehnte Küstenflächen, mit denen Windkraft weniger flatterhaft und zuverlässiger genutzt werden kann. Die Möglichkeiten der Biomasse gelten als erschöpft und stehen in Konkurrenz zur immer knapper werdenden und dringend benötigten landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Lebensmittelabsicherung. Die gesicherte Leistung aus deutschen Erneuerbaren ist nach wie vor nahe Null! Daran wird sich auch mit einer Vervielfachung der installierten Leitung nichts ändern. Vor diesem Hintergrund muss Deutschland fast seine gesamte benötigte Strommenge jederzeit über ein zweites System absichern – und wenn es sich dieser Möglichkeit im eigenen Land beraubt, dann wird es fossilen oder Atomstrom aus dem Ausland importieren müssen, soweit er überhaupt zur Verfügung steht. Mit steigenden Strompreisen und politischen Abhängigkeiten geht eine Aufgabe der Versorgungssicherheit aus eigener Hand einher. Die angestrebte Digitalisierung und der Ausbau der e-Mobilität, der dringend notwendig ist, werden den Bedarf einer gesicherten Stromleistung zusätzlich in die Höhe treiben. Deutschland verfügt über kein Zukunftskonzept ohne gesicherte, fossile Energie. Diese Wahrheit muss sich endlich in der Diskussion durchsetzen!

Die Leistungen der Energiewende in Deutschland sind zudem sehr überschaubar und die in hiesigen Berichten postulierte „Vorreiterrolle“ längst ein Märchen. Kein Land der Welt folgt diesem exorbitant teuren und ebenso ineffektiven Kurs. Windkraftanlagen baut man überall, bei Solar haben längst andere Länder die Nase vorn, beim Netzausbau lahmt Deutschland. Nach 20 Jahren intensiver Energiewende und über einem Jahrhundert Erforschung der Elektrizität ist noch immer kein Innovationssprung zur nachhaltigen Speicherung elektrischer Energie und damit zur Verstetigung der Erneuerbaren aus Wind und Sonne in Sicht. Die tatsächlichen Innovationen der deutschen Energiewende haben sich im Bereich der Lausitzer Braunkohlekraftwerke abgespielt. Hier wurden Emissionen enorm gemindert, die Kraftwerke für das Zusammenspiel mit den flatterhaften Erneuerbaren flexibler gemacht, die Wirkungsgrade beträchtlich erhöht. Längst könnte ein CCS-Demonstrationskraftwerk eine klimaneutrale Kohleverstromung in der Lausitz erproben, wenn es die deutsche Politik mit den „enormen Anstrengungen“ für das Weltklima ernst meinen würde. Global ist längst klar, dass sich das Weltklima nur mit neuen Technologien positiv beeinflussen lässt. Da sich Deutschland im gesellschaftlichen Konsens von Atomenergie verabschiedet hat, können sich diese Technologien nur auf andere fossile Energien beziehen und das macht auch Sinn, wenn andere Länder dem Beispiel folgen sollen.

Die Berichterstattung reflektiert zudem noch immer nicht die globale Dimension der Kohleverstromung. So hat die Braunkohleförderung im Weltmaßstab seit 2000 um knapp 100 Mio. Tonnen zugenommen und befindet sich seit zehn Jahren trotz aller europäischen Anstrengungen auf einem stabilen Niveau. Bei der Steinkohle hat sich die Fördermenge im Vergleich zum Jahr 2000 sogar nahezu verdoppelt. In vielen Entwicklungsländern wächst der Energiehunger, eine Milliarde Menschen haben noch gar keinen Zugang zu Elektrizität. Weltweit wird Kohlestrom als günstige und verlässliche Energiequelle noch weit in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielen. Hier muss der Technologieansatz her, wie selbst Klimaforscher postulieren.

Ein deutscher Kohleausstieg und die hier geführte Debatte wirken vor diesem Hintergrund arrogant und wie der Freikauf eines Saubermanns auf Kosten anderer. Tatsächlich wäre dem Weltklima geholfen, wenn Deutschland Kohlekraftwerke im Ausland klimafreundlicher und flexibler macht und hier mit Technologien als Treiber einer Energiewende im globalen Maßstab wirkt. Dann hätten unsere Milliardeninvestitionen tatsächlich schnell spürbare und nachhaltige Effekte.

Dazu muss dringend die Dämonisierung der Kohle in unserem Land beendet werden. Die Lausitz verfügt über einen der modernsten Kraftwerksparks der Welt und eine rege Forschungstätigkeit zur Braunkohleverstromung. Klimaneutralität auch bei der Verstromung fossiler Energieträger, egal ob Kohle, Gas oder Öl – das muss jetzt ein vordringliches Ziel zur Rettung des Weltklimas sein.

„Deutschland darf sich mit Blick auf die alarmierenden Botschaften des Weltklimarates nicht länger einen schlanken Fuß in der Welt machen. Hofreiter, Schellnhuber und Co. sollen endlich ihren nationalistischen Klimapopulismus einstellen und tatsächlich Verantwortung für künftige Generationen, für unsere Kinder und Enkel übernehmen. Wir können uns nicht mit einem Vermögen aus der Kohle stehlen und als Saubermann hinstellen – und damit bedürftige Länder und das Klima sich selbst überlassen. Deutschland muss als Technologie- und Industrienation endlich der Vorreiter werden, als den es sich selbst immer postuliert. Die weltweite Forcierung, Finanzierung und Installation klimafreundlicher Kohletechnologien in ohnehin bestehende oder entstehende Anlagen ist der richtige Schritt, der Verantwortung für unseren Planeten wirkungsvoll nachzukommen.“, so Wolfgang Rupieper, Vorstandsvorsitzender des Pro Lausitzer Braunkohle e.V.

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